Station 7

Landwirtschaftliche Gerätschaften

WUHR- UND GRABENÄXTE

Wie Sie sehen, gibt es in unserem Heimatmuseum eine beeindruckende Vielfalt an historischen Werkzeugen. Leider ist es jedoch nicht möglich, jedes einzelne Werkzeug in dieser Audiotour im Detail vorzustellen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf einige ausgewählte Werkzeuge, die speziell im Hotzenwald Verwendung fanden, wie zum Beispiel die Wuhr- oder Grabenäxte links neben der Hobelbank.

Auf den ersten Blick sehen diese vielleicht etwas einschüchternd aus, als wären sie für düstere Zwecke bestimmt. Tatsächlich hatten sie jedoch eine ganz harmlose Funktion. Mit diesen messerartigen Werkzeugen wurden die künstlichen Wasserläufe, bekannt als Wuhren oder Wühren, gereinigt. Die Wuhren sind ein charakteristisches Merkmal der Kulturlandschaft des Hotzenwaldes, Sie ziehen sich noch heute kilometerweit entlang der Hänge hin. Diese Wasserläufe sind in der Regel 0,3 bis 1,0 Meter breit und 0,2 bis 0,5 Meter tief. Sie verlaufen mit einem Gefälle von etwa 1 bis 2 Prozent und überwinden dabei sogar Wasserscheiden.

Ursprünglich wurden die Wuhren zur Nutzung der Wasserkraft für Maschinen im Rheintal angelegt. Später wurden sie auch zur Bewässerung von Wiesen verwendet. Noch heute beschäftigt die Gemeinde Rickenbach einen Wuhrenwart. Seine Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass das Wasser in den Wuhren stetig fließt.

Unter den weiteren Geräten, die sich links neben den großen Brotschiebern befinden, sticht eine Torfstechschaufel hervor. Diese mag überraschend erscheinen, da man eher erwarten würde, eine solche Schaufel in den moorreichen Ebenen Norddeutschlands zu finden. Doch der Hotzenwald beherbergt eine beträchtliche Anzahl von Mooren, die bei uns als "Moos" bezeichnet werden. In den langen und kalten Wintern vergangener Zeiten wurde in großem Umfang getrockneter Torf als Brennmaterial für das Feuern und Heizen verwendet. 

TORFSTECHSCHAUFEL

Die Wälder, die sonst das notwendige Brennholz geliefert hätten, waren damals größtenteils durch die Aktivitäten der Glashütten, Eisen- und Hammerwerke stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Diese Betriebe hatten einen enormen Bedarf an Holz und Holzkohle, was zur Entwaldung der Region führte. Um den Bedarf an Holzkohle zu decken, arbeiteten Köhler unermüdlich in den Kohlenmeilern des Hotzenwaldes. Wenn Sie aufmerksam durch den Hotzenwald wandern, werden Sie an vielen Stellen noch die Überreste und Stellen der alten Kohlenmeiler entdecken können. In unserem Museum auf der vierten Etage finden Sie ein Modell eines solchen historischen Kohlenmeilers.

Bevor Sie jedoch in den nächsten Stock gehen, werfen Sie einen Blick in die rechte Türnische. Dort werden Sie ein ganz besonderes Objekt entdecken - eine Mehlsackausklopfmaschine. Ein faszinierendes Wort, nicht wahr? Früher wurden Mehlsäcke aus Stoff hergestellt und mussten regelmäßig gewaschen werden. Das wertvolle Mehl in den Säcken konnte nicht einfach ausgewaschen werden. Stattdessen nutzten Müller und Bäcker eine besondere Mehlausklopfmaschine, um es gründlich zu entfernen. Diese Methode hatte den zusätzlichen Vorteil, dass sie auch Ungeziefer aus dem Stoff beseitigte. Unsere Ausklopfmaschine stammt von einem Bäcker aus Görwihl, der früher seine Bäckerei direkt gegenüber dem Museum am Marktplatz betrieb.

MEHLSACKAUSKLOPFERMASCHINE

Unsere Sammlung bäuerlicher Arbeitsgeräte im Heimatmuseum ist nicht nur ein Zeugnis handwerklicher Fertigkeiten, sondern erzählt auch die Geschichte der harten Arbeit und Hingabe unserer Vorfahren. Diese Artefakte sind wertvolle Symbole unseres kulturellen Erbes.

Dieses Projekt „Erweiterung der Sensibilisierung zur Grafschaft Hauenstein in Naturpark Südschwarzwald“ wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württembergs im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.