Station 3
Die Salpetersiederei
Der Siedeprozess begann damit, dass Salpeterschutt und Pottasche im Zuber gemischt wurden, wobei Schichten aus Stroh hinzugefügt wurden, um die Mischung luftig zu halten. So konnte sich der Salpeter gut im Wasser lösen. Nachdem die Mischung einige Tage geruht hatte, wurde die dünne Lauge abgegossen und in einen neuen Zuber mit frischem Salpeterschutt und Pottasche gegossen. Dieser Vorgang wiederholte sich 10- bis 12-mal, bis die Lauge ausreichend konzentriert war, um das Sieden des Salpeters zu rechtfertigen.
Die Konzentration der Lauge wurde mittels eines rohen Eis überprüft. Sobald das Ei an der Oberfläche schwamm, war die Salzkonzentration hoch genug, um mit dem Sieden zu beginnen. Die Lauge wurde im Kessel erhitzt und eingedickt. Tierblut wurde hinzugegeben, um Verunreinigungen abzutrennen. Der entstehende Schaum mit den Verschmutzungen wurde durch ein Tuchsieb entfernt. Bei Bedarf wurde kalte Salpeterlauge hinzugefügt. Sie verhinderte, dass die Brühe überkochte und eine unerwünschte und vor allem gefährliche chemische Reaktion auslöste.
Sobald die Masse ausreichend eingedickt war, wurde sie in Kristallisationskübel, die sie auf den Fässern stehend sehen, gefüllt. Die Restflüssigkeit verdampfte und trockener Kalisalpeter blieb zurück. Dieser wurde in Fässern abgefüllt und zur nächsten Pulvermühle transportiert.
Diese aufwändige Methode der Salpetergewinnung wurde nicht nur im Hotzenwald, sondern weltweit angewendet. Erst in den 1820er bis 1830er Jahren wurden große Salpetervorkommen in Südamerika entdeckt, die bergmännisch abgebaut werden konnten. Dies führte zur Einfuhr von Salpeter nach Europa. Der Beruf des Salpeterers wurde nach und nach überflüssig bis er schließlich ausstarb.
Dieses Projekt „Erweiterung der Sensibilisierung zur Grafschaft Hauenstein in Naturpark Südschwarzwald“ wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württembergs im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.