Station 2
Der Rohstoff Salpeter
Früher war Salpeter ein vielseitig genutzter Rohstoff. Er wurde zur Färbung, Gerbung, Fleischkonservierung und Gold- und Silbergewinnung verwendet. Vor allem spielte er eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Schießpulver. Schießpulver – auch Schwarzpulver genannt - besteht aus 10% Schwefel, 15% Holzkohle und 75% Salpeter. Die Gewinnung von Schwefel und Holzkohle war vergleichsweise einfach, aber die Beschaffung von Salpeter gestaltete sich schwieriger. Daher entstand der Beruf des Salpeterers, der seit dem frühen Mittelalter nur nach bestandener Prüfung ausgeübt werden durfte. Zusätzlich war eine behördliche Genehmigung notwendig, um Salpeter an bestimmten Orten zu gewinnen. Aber was ist eigentlich Salpeter? Salpeter, wörtlich übersetzt "Steinsalz" oder "Mauersalz", ist ein leichtes Metallsalz der Salpetersäure. Es bildet sich aus organischem Material, insbesondere aus Urin und Kot von Stalltieren. Salpeter breitet sich im Stallboden und in den Mauern aus. Dieser Prozess, bekannt als Salpeterausblühung, war schwer rückgängig zu machen, selbst bei Sanierungsarbeiten.
SALPETER IM MAUERWERK
Die Salpeterer kratzten den Salpeter von den Stallwänden ab und gruben sogar den Stallboden aus. Dieser Vorgang wiederholte sich alle 5-6 Jahre, da es einige Zeit dauerte, bis sich eine ausreichende Salpeterschicht neu bildete.
Der Salpeterer hatte nun mühevoll in den Ställen Kalksalpeter gewonnen. Um Schwarzpulver herzustellen, benötigte man jedoch Kalisalpeter. Kalisalpeter hat die für das Schwarzwalzpulver wichtige Eigenschaft kein Wasser anzuziehen, sondern trocken zu bleiben. Die Salpeterer mussten daher den Kalksalpeter in der Salpetersiederei mithilfe von Pottasche in Kalisalpeter umwandeln.
Dieses Projekt „Erweiterung der Sensibilisierung zur Grafschaft Hauenstein in Naturpark Südschwarzwald“ wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württembergs im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.