Station 11
Hauensteiner Trachten
HAUENSTEINER TRACHTEN
Unsere Trachtenabteilung gewährt einen Einblick in die Entwicklung der Hauensteiner Tracht über die letzten 250 Jahre. Originaltrachtenstücke aus vergangenen Zeiten sind leider nicht erhalten geblieben. Daher haben wir uns an den Trachtenbildern orientiert, die seit dieser Periode existieren. Diese Bilder sind in chronologischer Reihenfolge an der Wand angeordnet und bieten einen Überblick über die Veränderungen in der Hauensteiner Tracht im Laufe der Jahrhunderte.p>
TRACHTENBILDER
Die ältesten Bilder aus dem Jahr 1742 befinden sich direkt neben dem Eingang. Es handelt sich um zwei Kupferstiche von Martin Engelbrecht, die zwei Hauensteiner Milizsoldaten darstellen. Daneben hängt das älteste uns bekannte Bild einer Hauensteinerin, einer Müllerfrau aus Birndorf, gemalt 1793 von Josef Reinhart. Beide Trachten wurden nachgeschneidert und sind in der Mittelvitrine ausgestellt.
Der Milizsoldat im roten Wams trägt auf dem Kopf einen Gupfhut, an dessen Hutschnur sein Feldabzeichen befestigt ist. Gewöhnlich war dies ein Tannenzweig, der hier durch einen Farnwedel symbolisiert wird. Der reich verzierte Kröskragen stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und repräsentiert eine Hotzenwälder Variante des Schwedenkragens. An Sonntagen trugen die Männer einen Mühlsteinkragen, den Sie in der Eckvitrine finden können.
TRACHT MILIZSOLDAT
Die weite Pluderhose aus Houtzenstoff, einem rauen Wolltuch, war in drei Ausführungen erhältlich: ohne Falten, mit Falten oder mit Quernähten versehen. Verschiedentlich wird geschrieben, dass die Bezeichnung "Hotzen" und somit der Name "Hotzenwald" von der "Houtzenhose" stammt. Diese Vermutung gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Die Müllerfrau aus Birndorf, Gertrud Thoma, trägt auf dem Kopf ein Wollhütli, ein Überbleibsel eines Baretts aus dem 15. Jahrhundert, das in der Frauentracht zu einem Wollhütli geschrumpft ist. Für besondere Anlässe trägt sie ein baumwollsamtenes Jäckchen mit Fuchsfellbesatz. Obwohl diese Verzierung nicht zur Tracht gehört, konnte sich Gertrud Thoma als Müllersfrau diesen Luxus leisten.
Die Müllersfrau trägt rote Strümpfe als Symbol ihrer Ehe. Mädchen hingegen trugen weiße Strümpfe und auf dem Kopf ein Krönlein, das als Schäppele bekannt ist. Zur Mädchentracht gehörte vor der Hochzeit auch die Gürtelkette, die als "Zittvertrieb" oder Zeitvertreib bezeichnet wurde.
TRACHT MÄDCHEN MIT SCHÄPPELE
An der Wand gegenüber der Mittelvitrine sind die Trachten der letzten 250 Jahre dargestellt. Im Mittelteil handelt es sich um Reproduktionen von Ölskizzen, die der Maler Johann Baptist Tuttiné 1879 in Rickenbach gemalt hat, um einen großen Umzug mit allen Badischen Trachten vorzubereiten. Dieser Umzug wurde dem Großherzogspaar zur Silbernen Hochzeit 1881 von der Stadt Karlsruhe geschenkt.
Dieses Projekt „Erweiterung der Sensibilisierung zur Grafschaft Hauenstein in Naturpark Südschwarzwald“ wurde als Vorhaben des Landes Baden-Württembergs im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.